Super-Sarrazin-Spar-Menue-Frühstücks-Buffet

Am Dienstag, den 12. April findet von 8 bis 10 Uhr morgens eine Kundgebung mit „Antirassistischem Super-Sarrazin-Spar-Menue-Frühstücks-Buffet“ vor der IHK Berlin statt. Anlass ist die Einladung von Thilo Sarrazin zum wirtschaftspolitischen Frühstück der IHK Berlin, bei der er unter dem Motto „Früh aufstehen lohnt sich“ einen Vortrag über „Demografie, Zuwanderung und deutsche Zukunft“ halten soll.

Der Arbeitskreis „Marginalisierte- gestern und heute“ findet es unerträglich, dass die Industrie- und Handelskammer Berlin ausgerechnet Thilo Sarrazin als „Experten“ für Demografie, Migration und eine explizit „deutsche Zukunft“ polemisieren lassen will. Wieder einmal wird Sarrazin damit ein Podium zur Verbreitung seiner rassistischen und sozialdarwinistischen Thesen sowie zur Panikmache vor dem Aussterben des „Deutschen“ geboten. Gerade die IHK Berlin aber dürfte wissen, wie lange Sarrazin einen Teil seiner sozialdarwinistischen und menschenfeindlichen „Spar-Thesen“, die heute als angebliche Tabubrüche verkauft werden, schon vertreten hat und vertreten durfte. Ein Blick zur Erinnerung in dessen Rede 2005 bei seinem Auftritt bei eben solch einem Frühstück wäre da hilfreich.

Das auch oder gerade Vertreter_innen aus der Wirtschaft einem „Nützlichkeitsrassismus“ sowie dem protestantischen Arbeitsethos folgen bzw. diese vermitteln, wonach der Mensch nur ein „nützliches Mitglied der Gesellschaft“ ist, solange er egal zu welchem Preis für sie arbeitet, verwundert nicht. Die neoliberale Marktlogik benötigt geradezu Diskriminierung und Ausgrenzung, Hierarchisierung und Polarisierung der Gesellschaft. Diese sind ein Muss für jede Form der Profitmaximierung. Menschen sollen gegeneinander und nicht miteinander agieren. Nur so kann von den eigentlichen Ursachen und Verursacher_innen sich verschärfender sozialer Konflikte abgelenkt, soziale Abstiegsängste geschürt und Sozialneid befördert werden. Den Betroffenen wird getreu dem Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“ die Verantwortung für ihre miserable sozialökonomische Situation in die Schuhe geschoben. Für andere werden sie als „Sündenböcke“ präsentiert.

Das gerade Sarrazin nach seinen Äußerungen zur „vererbbaren Dummheit“ und zur Existenz eines „Judengens“ in der IHK Berlin auftreten darf, zeigt, wie ernst es der IHK mit ihrer Geschichtsaufarbeitung ist. Wenn die IHK Berlin ihr Vorwort der Chronik ernst meint, die sie denjenigen „jüdischen oder jüdischstämmigen Mitgliedern des Ehrenamtes und der Mitarbeiterschaft der Industrie- und Handelskammer zu Berlin“ gewidmet hat, „die diese kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten unter mehr als unrühmlichen Umständen aus dem Haus entfernt hat, ohne nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen erkennbaren Versuch gemacht zu haben, Unbill und Unrecht einzugestehen und wieder gut zu machen“, muss sie Sarrazin ausladen! Tut sie dies nicht, werden wir da sein, um Protest gegen jegliche Form der Unterstützung von Rassismus, Antisemitismus und sozialer Ausgrenzung auf die Straße zu tragen.

Unser Motto: Früh aufstehen lohnt sich – besonders an diesem Tag!
12. April 2011 ab 08. 00 Uhr vor der IHK Berlin, Fasanenstraße 85
Kein Dank an Thilo! Wir SPAREN uns ihn und seinen Rassismus … weg

Text: AK Marginalisierte

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