Am Samstag, den 7. Mai 2011, polierten die Jusos Stolpersteine in Wilmersdorf. Die im Gehweg eingelassenen Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialsozialismus durch Holocaust und Euthanasie.
“Stolpersteine” sind ein Erinnerungs- und Kunstprojekt des Kölner Bildhauers Gunter Demnig. Der Künstler prägt in die kleinen Messingplatten “Hier wohnte”, den Namen, das Geburtsjahr und Schlagworte zum Schicksal der Opfer des Nationalsozialismus ein. Da sie auf offener Straße liegen, müssen Passant_innen über die Gedenktafeln “stolpern”. Wer sie lesen möchte, muss sich vor ihnen verneigen.
Nach einiger Zeit sammelt sich auf den Tafeln jedoch Straßenschmutz an. Daher mussten sie gereinigt werden. Die Putzaktion fand Samstag und Sonntag in ganz Charlottenburg-Wilmersdorf statt und wurde von der SPD organisiert. Die SPD unterstützte damit die lokale Gedenkarbeit. Am 8. Mai war zudem Tag der Befreiung. Dieser Tag erinnert an den Sieg der Sowjetarmee über Deutschland im Jahr 1945 und das Ende des Nationalsozialismus.
Die beiden abgebildeten Stolpersteine erinnern an Hugo und Margarete Gwendel Loebell. Hugo Loebell wurde geboren am 15. August 1875 in Rosdzien-Schoppinitz. Margarete Gwendel Berner kam am 15. Oktober 1876 in Krasno zur Welt. Später heiratete sie Hugo Loebell und lebte mit ihm in der Meierottostraße 1, gleich am Fasanenplatz. Die deutsche Verwaltung beschlagnahmte ihr Kulturgut und versteigerte es Anfang 1937 im Auktionshaus Achenbach und Wüst. Sie wurden am 19. Oktober 1942 nach Riga deportiert. Am 22. Oktober 1942 wurden sie dort ermordet.
Am 8. Mai wurden in der Charlottenburger Giesebrechtstraße 84 neue Stolpersteine von Gunter Demnig verlegt. Sie erinnern an Jüdinnen und Juden, die in dieser Straße gelebt haben. An der Gedenkfeier nahm unter anderen Lala Süsskind von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin teil. Weitere Informationen finden sich auf der Website www.stolpersteine.com und auf den Seiten des Bezirksamts.



